Fachweiterbildung für Pflege in der Onkologie

Fachweiterbildung in der Onkologie

Die Idee vom lebenslangen Lernen ist nicht neu, aber sie ist derzeit aktueller denn je. Lebenslanges Lernen gilt heute als grundlegende Voraussetzung zur Erfüllung der beruflichen Anforderungen und gleichzeitig zur Verbesserung der eigenen Chancen im Berufsleben.

Eine sich schnell verändernde Arbeitswelt verlangt qualifizierte, motivierte Mitarbeiter denn sie bilden die entscheidende Ressource für ein erfolgreiches Klinikum.

Deshalb wird sich der Bedarf und Anzahl von Mitarbeitern die eine onkologische Weiterbildungen erhalten haben stetig erhöhen aufgrund:

  • Steigender Anforderungen auf den Stationen/Bereichen,
  • Spezialisierung von Kliniken und Stationen,
  • Festlegungen von zusätzlichen Qualitätsindikatoren durch den gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), z.B. Mitarbeiterqualifikationen,
  • Einhaltung der Mindesanzahl und Integration von onkologisch weitergebildeten Pflegemitarbeitern in den jeweiligen Abteilungen, die durch Zertifizierungs- und Fachgesellschaften, z.B. Organ bzw. onkologischen Zentren als Vorgabe für die Vergabe des Zertifikat abhängig gemacht werden.

Um die qualitativen Ansprüche der Patienten an die Pflege zu gewährleisten und die kompetente Zusammenarbeit der Pflegenden mit den Ärzten in diesen Bereichen sicherzustellen, ist die Pflege in der Onkologie somit eine wesentliche Qualifikationsmaßnahme.

Die Weiterbildung soll Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflegern/innen sowie (Kinder-) Krankenschwestern und (Kinder-) Krankenpflegern mit ihren vielfältigen Aufgaben in den verschiedenen Fachgebieten der Onkologie vertraut machen und ihnen die zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlichen speziellen Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen vermitteln.

 

 

Aufgaben in der Onkologie

Zu den Aufgaben der Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpfleger/innen, der (Kinder-) Krankenschwestern und (Kinder-) Krankenpflegern in der Onkologie  zählen insbesondere:

Spezielle onkologische und palliative Pflege

  • Umsetzung des pflegerischen Versorgungskonzeptes für onkologische, kurative und palliative Patienten,
  • Assesment und Management der Belastungen, Symptome und Nebenwirkungen,
  • Unterstzützen des Patienten und Angehörigen in Phasen, in denen er Hilfe bei der Entscheidungsfindung und Bestätigung schwerwiegender Entscheidungen benötigt,
  • Management von Supportivtherapie und komplementären Angeboten.

Spezielle onkologische und palliative Patientenberatung

  • Beratung, Schulung und Anleitung der Patienten und deren Angehörigen unter besonderer Beachtung aller Aspekte, insbesondere bezogen auf die einzelnen Therapieschritte und der Auswirkungen auf das Befinden und das Auftreten von Nebenwirkungen, Maßnahmen zu deren Linderung,
  • Hilfen und Beratung in Bezug auf Veränderungen in der Lebensführung,
  • Angebot zur Kontaktaufnahme mit Selbsthilfeorganisationen und Einbindung unterschiedlicher Netzwerke,
  • Vermittlung und Weitergabe von Informationen, z.B. durch geeignete Broschüren und Internetinformationen,
  • pflegefachliche Beratung der Patienten und Angehörigen im Hinblick auf die poststationäre Versorgung,
  • Beratung beim Einsatz von spezifischen Hilfsmitteln, sowie Ge- und Verbrachsgütern für die Versorgung onkologischer und palliativer Patienten.

Spezielle Koordinationsaufgaben

  • Frühzeitige Erhebung des poststationären Weiterversorgungsbedarfs unter dem Aspekt spezieller Anforderungen in der onkologischen palliativen Versorgung,
  • Ermitteln und Weiterleiten von Kontakten im multidisziplinären Team zu Therapeuten und Psychologen,
  • Zusammenarbeit im therapeutischen Team

Sicherstellung und Weiterentwicklung der Pflegequalität bei onkologischen Erkrankungen

  • Durchführung einer Pflegevisite / Fallbesprechung,
  • Überprüfung des Einsatzes evidenzbasierter, aktueller Methoden zur Erreichung eines eiheitlich hohen Qualitätsniveaus, Leitlinienkonformität, Standards in der onkologischen, palliativen Pflege,
  • Die Sicherstellung spezifischer hygienischer Rahmenbedingungen,
  • Beachten von Sicherheitsvorschriften insbesondere bei der Anwendung von Zytostatika und zielgerichteter Therapeutika,
  • Durchführung, Teilnahme von pflegerischen Qualitätszirkeln unter onkologischen, palliativen Fragestellungen,
  • die fachliche Anleitung bzw. Einarbeitung von Krankenpflegepersonen, Weiterbildungsteilnehmern/innen und Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflegeschülern/innen,
  • Kennenlernen und Anwenden von Methoden der Qualitätssicherung.

Die Befähigung zur selbständigen und verantwortungsvollen Übernahme der genannten Aufgaben soll durch theoretische und praktische Weiterbildung, insbesondere durch Vermittlung patientenorientierter Verhaltensweisen erzielt werden.

Alle Inhalte beziehen sich auf die gültige DKG-Empfehlung zur Weiterbildung für Krankenpflegepersonen in der Onkologie der Deutsche Krankenhausgesellschaft in der jeweils aktuellen und gültigen Fassung.

Die Fachweiterbildungsstätte für die Pflege in der Onkologie besitzt die Anerkennung der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

 

 

Voraussetzungen zur Teilnahme

Zur Weiterbildung wird zugelassen, wer

  • die Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder 2 des Krankenpflegegesetzes besitzt und
  • nachweist, dass er nach Erteilung der Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nummer 1 oder 2 des Krankenpflegegesetzes mindestens sechs Monate im Fachgebiet der Weiterbildung tätig war.

Form der Weiterbildung

Die Weiterbildung erfolgt als berufsbegleitender Lehrgang und dauert mindestens zwei bis höchstens fünf Jahre und umfasst:

  • mindestens 720 Stunden Theorie (davon können maximal 25 % in nachgewiesenen Formen von selbstgesteuertem Lernen durchgeführt werden),
  • mindestens 1.800 Stunden praktische Weiterbildung, die unter fachkundiger Anleitung (Praxisanleiter) stehen, und
  • die jeweiligen Prüfungen (Modulprüfungen, praktische Leistungsnachweise sowie die praktische und mündliche Abschlussprüfung).

Inhalte der Weiterbildung

Die theoretische Weiterbildung Pflege in der Onkologie gliedert sich in folgende Lernbereiche:

  • Basismodul I (B M I)
    Berufliche Grundlagen anwenden: 116 Stunden;
  • Basismodul II (B M II)
    Entwicklungen initiieren und gestalten: 84 Stunden;
  • Fachmodul I (F ON M I)
    Im onkologischen Bereich pflegen tätig werde: 140 Stunden;
  • Fachmodul II (F ON M II)
    Organisieren: 120 Stunden;
  • Fachmodul III (F ON M III)
    Im onkologischen Bereich kommunikativ pflegen: 100 Stunden;
  • Fachmodul IV (F ON M IV) WB Palliative Care, für externe und interne Interessenten auch einzeln buchbar. Für Teilnehmer des Fachkurses verpflichtend.
    Palliativ pflegen: 160 Stunden.
  • Fachmodul V (F NFP M V)
    Abläufe in Notaufnahmen strukturieren und organisieren: 56 Stunden.

Die praktische Weiterbildung Pflege in der Onkologie gliedert sich in folgende Bereiche:

  • mind. 500 Stunden in der Inneren Medizin mit onkologischem Schwerpunkt
  • mind. 500 Stunden in der Operativen Medizin mit onkologischem Schwerpunkt
  • mind. 500 Stunden in der Radioonkologie
  • 300 Stunden zur Verteilung vorgenannter Einsatzbereiche oder Bereiche der spezialisierten Versorgung.

Der Einsatz erfolgt im Klinikum Augsburg, Klinikum Augsburg Süd und optional in den angegliederten Verbundkrankenhäusern.

Zeitraum der Weiterbildung

Die Weiterbildung beginnt am 1. Januar 2019 und endet am 31. Dezember 2020.

Kostenregelung der Weiterbildung

Lehrgangsgebühr und Prüfungskosten
► 4.520,00 €

Fachmodul IV (F ON M IV) WB Palliative Care (lediglich Buchung dieses Moduls)
► 1.300,00 €

Tagessatz Praxisanleitung/Praxisbegleitung/Prüfungsabnahme durch Praxisanleiter des Maßnahmenträgers im Verbundkrankenhaus (falls erforderlich)

► 300,00 €

Fahrtkosten Praxisanleitung/Praxisbegleitung/Prüfungsabnahme durch Personal des Maßnahmenträgers im Verbundkrankenhaus (falls erforderlich)
► 0,35 €/km

Bei externen Teilnehmern ist es erforderlich, dass das entsendende Krankenhaus mit dem Klinikum Augsburg einen Kooperationsvertrag schließt. Im Anschluss daran wird ein gemeinsamer Verbundantrag bei der Bayerischen Krankenhausgesellschaft gestellt. Eine Rotation innerhalb der angegliederten Verbundkrankenhäuser ist nur auf Wunsch der Leitung der Weiterbildungsstätte möglich.

Bewerbungsunterlagen

  •  Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf, ggf. mit Lichtbild
  • Zeugnis der Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflegeausbildung, Krankenpflege- bzw. Kinderkrankenpflegeausbildung
  • Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 des Krankenpflegegesetzes
  • Nachweis über eine mindestens sechsmonatige Berufserfahrung im jeweiligen Fachgebiet
  • Sonstige Zeugnisse und Fortbildungsnachweise

Bewerbungsschluss und Bewerberauswahlverfahren

Bitte reichen Sie Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen bis spätestens 31. Mai 2018 bei Ihrem Arbeitgeber, der zuständig für die Weiterbildung ist, ein. Dieser wird uns die Bewerbungsunterlagen bei Zusage zukommen lassen. Das Auswahlverfahren obliegt dem entsenden Arbeitgeber.

Ihre Ansprechpartner

Dieter Hell

Zentrumsmanager | Zentrum 3 und 6 | Pädagogischer Leiter der Weiterbildungsstätte

Klinikum Augsburg | Stenglinstraße 2 | 86156 AugsburgTelefon: 0821 400-4467 oder -4463 | E-Mail: dieter.hell@klinikum-augsburg.de

Herbert Koch

Pflegerischer Leiter der Weiterbildungsstätte, Schwerpunkt Erwachsene

Klinikum Augsburg | Stenglinstraße 2 | 86156 Augsburg
Telefon: 0821 400-2033 | E-Mail: herbert.koch@klinikum-augsburg.de

Christoph Breu

Pflegerischer Leiter der Weiterbildungsstätte, Schwerpunkt Pädiatrie

Klinikum Augsburg | Stenglinstraße 2 | 86156 Augsburg
Telefon: 0821 400-161905 | E-Mail: christoph.breu@klinikum-augsburg.de

Michaela Leinweber

Verwaltung der Weiterbildungsstätte

Klinikum Augsburg | Stenglinstraße 2 | 86156 Augsburg
Telefon: 0821 400-4516 | E-Mail: michaela.leinweber@klinikum-augsburg.de

Falls Sie noch Fragen zu den Inhalten oder zur Abwicklung der Fachweiterbildung , dann sprechen Sie uns bitte unter oben genannten Kontaktmöglichkeiten an, wir beantworten Ihnen diese gerne!

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und hoffen, Sie ab dem 1. Januar 2019 in unserem Fachweiterbildungskurs begrüßen zu dürfen!

Ihr Team der Fachweiterbildung Pfelge in der Onkologie

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